Jedem Menschen, der sich sich wünscht, etwas aus sich heraus zu erschaffen / zu vollenden / überhaupt damit anzufangen, aber es nicht tut, an Prokrastination oder Ängsten und anderen Ausreden leidet, sei dieses Buch unbedingt ans Herz gelegt. Zwar gibt es viele Bücher zu dem Thema, wie zum Beispiel Wie ich die Dinge erledigt kriege
(David Allen), die inhaltlich bestimmt allesamt zutreffend sind – aber einfach nicht treffen. The War Of Art trifft (und damit auch kurz schmerzt), weil es nicht rationalisiert, sondern exakt das Gefühl erfasst und uns vor Augen führt, das uns davon abhält, eben das zu tun, was wir doch so gerne machen würden. Vielleicht mag die offensichtliche (auch stilistische) Analogie zu Sūnzǐs Die Kunst des Krieges
zu martialisch erscheinen; wenn man aber dieses Gefühl, diesen Widerstand als einen die Existenz bedrohenden Feind begreift, gilt es ihn mit allen Mitteln zu bekämpfen. Dabei wird nach Höherem – der Profession – gestrebt. Auch wenn Pressfield dazu in der zweiten Hälfte des Buches ins göttliche gleitet und (nicht nur) auf diese Weise Dinge herleitet, ist es für mich als rationalen Menschen dennoch erstaunlicherweise nicht Ablehnung erzeugend. Anders: es funktioniert. (Vielleicht denke ich zuviel.)
Erschienen 2003, ISBN 0446691437.