netzwerk-organisatorische formen
von Benjamin Wittorf

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Eine Zukunft ohne persönliche Geschichte

Michael Moore-Jones:

My parents still have letters that they received more than 30 years ago, and when they read them now they say that they detail entire relationships and friendships. They have vast amounts of information about their own history stored inside the letters that they sent and received. It goes even further than that. My grandmother still has letters she received from her grandmother. If it weren't for those letters, all that information about my own family history would have been lost, or confined to memory (which, as my parents are discovering, fails us all eventually).

And yet, I can't tell anyone what I was discussing with someone a month ago. That's testament to the digital age that I, and everyone in my generation, is a native member of. I find myself feeling incredibly guilty that my parents and grandparents went to so much effort to ensure that our family history was kept, and here I am frequently losing information about my life.

Und das mit 16. Nicht nur, dass ich das als 16–jähriger wohl nicht so geschrieben hätte — wahrscheinlich hätte ich mir darüber in der Form nicht mal Gedanken gemacht. (Auf der anderen Seite wird “die Jugend” wenigstens beim Thema Datenschutz schon sensibler, und es sind derweil ja alle digital natives.) Es hat dazu noch einige Jahre länger gebraucht, bis ich den Sinn eines Tagebuches überhaupt begriffen hatte (und jetzt immer ein Notizbuch bei mir führe); von Fotos, die ich nicht geschossen habe, möchte ich erst gar nicht anfangen.

Einige technologische Fortschritte und andere Anhängigkeiten bzw. Entwicklungen werden Michael Moore-Jones' Beobachtung, dass deutlich mehr im “Jetzt” gelebt wird, sicherlich noch nachhaltig unterstützen und beschleunigen. (Schöner Zufall war da auch der Artikel Study Confirms the Imminent Death of the Paper Phone Book, der zur selben Zeit ebenfalls bei ReadWriteWeb erschien ist, und passend ein Symptom dazu liefert.)

Natürlich findet das Leben im Hier und Jetzt statt (frei nach Gautama Buddha). Der Blick zurück, und besonders der kritische, sollte dennoch nicht vergessen werden (natürlich, um daraus zu lernen, und nicht, um nicht zu vergessen). Abschließend aber, mit der Beobachtung von Moore-Jones, und dem Bewusstsein, das daraus erwacht, sowie der Tatsache, dass Jugendliche nun mal Dinge tun, die Jugendliche eben so machen, erscheint Eric Schmidts Idee dann nicht so verrückt:

He predicts, apparently seriously, that every young person one day will be entitled automatically to change his or her name on reaching adulthood in order to disown youthful hijinks stored on their friends' social media sites.

Wenn dann verantwortungsvoll im “Jetzt” gelebt wird.

Feature: HTML, Feeds und Presseinformationen bei unseren Nachrichtendiensten im Netz

Nach einem Kommentar im Bendler-Blog über die Web-Kommunikationsfähigkeiten der Bundeswehr habe ich aus Interesse einen ganz kurzen (grundsätzlichen) Fragenkatalog zu den genutzten Web-Technologien und öffentlichen Informationsmöglichkeiten bei unseren Nachrichtendiensten zusammengestellt und beim BKA, bei der Bundeswehr, beim BND und beim Verfassungsschutz abgearbeitet:

  • genutztes HTML
  • sonstige technische Bemerkungen
  • gibt es einen Feed?
  • wie sieht die Neuigkeiten-/Presseseite aus?

BKA

Die Seite des BKA nutzt nicht-validierendes HTML 4, Frames und ISO 8859-1 als Codierung. Wie da zu erwarten gibt es auch keinen Feed. In einem Frameset gibt es folgende Presse-Funktionen:

  • Kontakt
  • Pressemitteilungen (Text)
  • Pressearchiv
  • Hintergrundinformationen
  • Fotogalerie

Zugutehalten kann man der Website, dass es eine umfangreiche Liste an externen Links gibt. Dass das BKA kein Paradebeispiel an Transparenz sein würde (Nachrichten dürfen von Suchmaschinen zwar gecrawlt, aber nicht indiziert werden; keine offensichtlichen permalinks), war fast zu erwarten; dass es bei seinem Web-Auftritt technisch und kommunikativ allerdings schon die Jahrtausendwende verpasst hat, erstaunt schon ein wenig.

Bundeswehr

Die Website der Bundeswehr nutzt nicht-validierendes XHTML. Da kann man allerdings schon fast einen Feed erwarten, den es dann auch gibt. Auch mit schöner Erklärung – und dem Hinweis, dass das im Intranet nicht funktionieren würde, da dort überwiegend der Internet Explorer 6 eingesetzt würde (ich hoffe im Felde sind die Soldaten besser ausgerüstet).

Es gibt einen sehr umfangreichen Service-Bereich (unter anderem mit einem (nichtverlinkten) Bereich zum Presseportal, Medien-Tipps oder dem Tourplan der Bigband), und einem gesonderten Multimedia-Archiv.

BND

Die Online-Präsenz des BND wartet mit ebenfalls nicht-validierendem XHTML auf. Trotz so fast schon fortschrittlicher Technik gibt es keinen Feed. Dafür schon auf der Startseite einen Link zu Hintergrundbildern für den Desktop.

Im Pressebereich findet sich fast nur Web-untaugliches Material – PDFs (Zahlen bei Veröffentlichung dieses Eintrages:

Zum Vergleich: die CIA.

Verfassungsschutz

Auch hier gilt: nicht-validierendes HTML 4 und keine Feeds, dafür gibt es auf der Startseite eine "persönliche" Begrüßung und zwei Telefonlinks (!) auf arabisch und türkisch angeboten, sowie einstellbare visuelle Optionen.

Zum Pressematerial: Es gibt Publikationen (acht PDFs, zwei CDs), und folgende Presseinformationen:

Es sind immerhin echt schöne URIs.

Und der Rest

Ansehenswert wären vielleicht noch das ZKA, den MAD (hat der noch immer MAD - der bessere Weg als Kontakt-Slogan und eine E-Mail-Adresse bei T-Online?) habe ich als Teil der Bundeswehr außen vor gelassen.

Insgesamt – wie zu erwarten – bedient sich keiner der Dienste z.B. eines social media newsrooms. Mit Abstand am fortschrittlichsten, was bei der offensiven Personalpolitik aber auch nicht wirklich verwundert, ist die Website der Bundeswehr. Die anderen Seiten sind damit zwar im Internet, aber sie sind nicht Internet, wie es sein kann, und in diesem Kontext sein sollte.

Sich mit etwaigen Strategien zu beschäftigen, und auch nachzufragen, steht auf meiner zu-erarbeitenden-Einträge-Liste. Bis dahin scrape ich mit eigenen Tools.

Danksagungen

Hier findest du eine kleine Übersicht der Menschen und Dinge, ohne die diese Seite nicht so zu lesen wäre und nicht so funktionieren und aussehen würde, wie sie es tut.

Inhalte und Seite

Allgemein zur Seite

Die üblichen Verdächten, die regelmäßig meine Seiten kritisch beäugen (müssen). Danke!
  • Tim A. Bohlen: für generelle konzeptionelle Fragen, Test-Szenarien, Evaluationen und anderen wichtigen Kram
  • Florian Helling: für Gegenlesen, Nachfragen und Zuarbeiten bei Recherche einiger Inhalte und Funktionen

Inhalte, Anregungen und Kritik

Derzeit gibt es noch keine Hinweise, die den Inhalt direkt betreffen. Hast du einen Fehler gefunden oder einen anderen tollen Vorschlag? Lass es mich wissen!

Ideen und Inspirationen

Bei der Struktur der Seite und einigen ihrer Funktionen habe ich von den Besten gelernt: Kudos an John Gruber (Daring Fireball) und Jason Kottke (kottke.org).

Technik

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