netzwerk-organisatorische formen
von Benjamin Wittorf

18 Einträge mit informationszeitalter getagged

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Der Lanier–Effekt

Jaron Lanier:

If you aspire to use computer network power to become a global force through shaping the world instead of acting as a local player in an unfathomably large environment, when you make that global flip, you can no longer play the game of advantaging the design of the world to yourself and expect it to be sustainable. The great difficulty of becoming powerful and getting close to a computer network is: Can people learn to forego the temptations, the heroin-like rewards of being able to reform the world to your own advantage in order to instead make something sustainable?

Schöne und spannende Lektüre zum Abend. Das knapp einstündige Video zum Artikel gibt es dann zum Frühstück.

Interaktive Infographik: Die Supercomputer dieser Welt

BBC News: http://i.nof.io/dateien/bilder/supercomputer_weltweit.jpg
Bild: BBC News

Saudi Arabien (davon knapp 40% bei Saudi Aramco) vor Indien, und, inzwischen nicht mehr verwunderlich, China auf Platz zwei hinter den USA. Direkt Klischees bedienen: In Deutschland dreht es sich bei den Clustern um Forschung, Logistik – und Finanzen. Interessant dann auch die Verteilung der Anwendungen, und in welchen Ländern diese sind.

Via Mashable.

David Siegel: Die Geschichte der Information

Siegel introduces us to the next wave of innovation with two key concepts he claims will affect $10 trillion of commerce worldwide: pull and the semantic web. This concise introduction to the wider concepts of his new book on the topic, Pull, will guide you in making the shift from push to pull.

Lesenswertes aus den Kommentaren bei zenpundit.com: Metacrap: Putting the torch to seven straw-men of the meta-utopia.

Via Mark Safranski.

Vom (nicht-)Finden von Wurm–Autoren

The Atlantic:

When the Conficker computer “worm” was unleashed on the world in November 2008, cyber-security experts didn’t know what to make of it. It infiltrated millions of computers around the globe. It constantly checks in with its unknown creators. It uses an encryption code so sophisticated that only a very few people could have deployed it. For the first time ever, the cyber-security elites of the world have joined forces in a high-tech game of cops and robbers, trying to find Conficker’s creators and defeat them. The cops are failing. And now the worm lies there, waiting…

Ist halt nicht mehr so einfach.

Gelesen: The Whuffie Factor von Tara Hunt ✭✭✭✭✩

Schon der Weg zu dem Buch ist für jeden, der sich mit dem Internet nicht nur als Berieselungs- und Einkaufs- sondern auch gesellschaftlicher und geschäftlicher Plattform (und seinen entsprechenden Abhängigkeiten) beschäftigt, interessant: Ausgehend vom Cluetrain Manifesto entwarf Autorin Tara Hunt das “post-cluetrain” Pinko Marketing, um dann in Whuffie Factor die von Cory Doctorow in Down And Out In The Magic Kingdom benutzte Währung Whuffie (eine Art manifestiertes soziales Kapital) als abstrahiertes Konzept aufzugreifen, wie man soziale Netzwerke nutzen kann, um eine Firma aufzubauen: mit Authenzität, Zuhören, Engagement und Vertrauen. Dabei ist das Buch keine weitere Marketing-Anleitung – es erklärt, dass es nicht hilft, einfach Geld in ein Unternehmen zu pumpen, sondern dass es eben das soziale Kapital sei, dass das monetäre Kapital wachsen lasse. Besonders lesenswert für alle, die das Internet auch als geschäftliche Chance und nicht als Feind begreifen.

Erschienen 2009, ISBN 0307409503.

Sollte Google versuchen Terrorismus zu verhindern?

Noah Shachtman:

Jihadists have flocked to YouTube to spread their propaganda. One of those clips, released last week, appeared to take credit for the Times Square bombing attempt — before Faisal Shahzad tried to ignite his SUV. The video may have been a vital clue for investigators. But does YouTube and its corporate parent, Google, have an obligation to block these videos before they’re seen?

Warum nicht, wenn direkt das ganze Material der christlichen Fundis mit verschwindet, der Waffen-Fundis, der Öko-Fundis, der Polit-Fundis, und überhaupt jedem, der nicht die “richtige” Meinung hat. Wie passend der Vergleich, “dass das Problem über Nacht halbiert wäre, wenn Google / YouTube sich nur halb so sehr dafür interessieren würde wie für Piraterie”. Tut Google nicht, das tun die Medienkonzerne. Noch ein proxy war.

Ralf Pioch über die Transformation der Werte in der Medienlandschaft

Werte sind wie Schall und Rauch. Ein Hersteller von Bädern wird in einem islamistischen Land keine Duschkabine verkaufen, wenn sich auf seinem Plakat eine exotische Schöne unter der Dusche räkelt. Sex sells nicht überall. Und auch in Afghanistan werden die westlichen Invasoren mit einer Kommunikation der Gewalt das Land weder befrieden, noch die Menschen für eine westliche Lebensweise begeistern. Wer will sich schon einer Kultur zuwenden, die ihre Werte mit Gewalt durchsetzt?

Via Sascha Lobo.

Gelesen: What the Dormouse Said von John Markoff ✭✭✭✭✩

Ein wunderbares Buch nicht nur über die Geschichte, wie der Personal Computer dort gelandet ist, wo er jetzt ist, sondern besonders, wie es dazu gekommen ist und die Gegenkultur der 1960er grundlegend dazu beigetragen hat. Die Bemerkung erlaube ich mir bereits vorab, weil gerade dieses Thema vor seinem gesamten kulturellen Hintergrund für mich hochassoziativ ist, und ich meine ganzen Eindrücke, gesehene und gelesene Medien und eigenen Ideen sicherlich kaum so vortrefflich geschichtlich aufbereitet bekommen hätte wie es Markoff getan und geschafft hat. Schade nur, dass das Buch dort aufhört, wo ein gewisser William Henry Gates der Dritte das Feld betritt.

(Ich hatte in das Thema mit Serial Experiments: Lain einen fiktionalen Einstieg mit realer Referenz, viel Philosophie und “brainfuck”; die Doku Das Netz war ohne Zweifel toll, um interessante und beteiligte Menschen, ihre Ideen und Werke als Interview-Partner vorgestellt zu bekommen, aber gleichzeitig im späteren Verlauf eine fragwürdige Plattform für Kaczysnskis “Theorie” bot.)

Erschienen 2005, ISBN 0670033820.

Gelesen: Truth, Lies and Trust on the Internet von Monica T. Whitty und Adam Joinson ✭✭✭✩✩

Mehr wissenschaftliches zum Internet, hier aber praktisches (psychologisches) Material. Das Internet: Ort, an dem sich in der Tat Abgründe des Menschen finden lassen, aber auch ein Ort, an dem neue Qualitäten der zwischenmenschlichen Beziehungen entstehen.

Diesem sozialen Raum, so lernen wir in dem Buch, liegen Wahrheit, Lüge und Vertrauen zugrunde. Vorgestellt und analysiert wird das durch empirische Sozialforschung, allerdings oft mit dem von mir gerne so genannten “Popcorn-Effekt”: man hört zu oder liest etwas, und ist überrascht, wie überrascht andere von solchen Offensichtlichkeiten sind, und wünscht sich, dass man Popcorn hätte, weil das großes Kino ist. Vieles ist nun wirklich evident, wenn man eben selbst darüber nachdenkt, wie dass die Anonymität des Netzes eine hohe Qualität des Sich-Preisgebens in Beziehungen ermöglicht, aber eben genauso Täuschung und Diffamierung. Den Beweis dazu führen dann die entsprechenden Studien an.

In der Tat, wie der Buchrücken verspricht, interessant für alle, die sich mit (deviantem) Verhalten im Internet und entsprechender Technologie auseinandersetzen, aber auch fast schon Pflichtlektüre für diejenigen, denen das eben nicht so offensichtlich ist oder nur die Schattenseiten aus den Medien kennen, und professionell mit dem Netz zu tun haben.

Erschienen 2008, ISBN 184169584X.

Gelesen: Internet and Society von Christian Fuchs ✭✭✭✭✩

Zwar gibt es schon diverse (mehr oder weniger) wissenschaftliche Veröffentlichungen, die sich mit Themen des Internets beschäftigen, aber es wird – so Christian Fuchs – eine primär theoretisch-fundierte Theorie von “Internet und Gesellschaft” benötigt, und dass diese kritisch in ihrem Anspruch sein sollte.

Und liefert dann auch eine: In “Internet and Society” legt Fuchs nieder, wie das Internet das Leben der Menschen und ihre sozialen Bindungen in der aktuellen Gesellschaft verändert hat. Er skizziert dabei eine Sozialtheorie über das Internet und die Informationsgesellschaft und zeigt wie politische, ökonomische, ökologische und kulturelle Systeme durch Informations- und Kommunikationstechnologie verändert wurden und werden. Dabei hat sie ihren Ursprung in der Frankfurter Schule (und damit neomarxistischen Idealen) und Konzepten der sozialen Selbstorganisation.

In der Kürze dieses Eintrages, der dann auch mehr eine Zusammenfassung ist, ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dieser Thematik und dem Anspruch leider nicht möglich, deswegen nur soviel: ein interessanter, natürlich nicht zu überprüfender, ganzheitlicher Ansatz mit vielen spannenden Ideen vor einem wissenschaftstheoretischem Hintergrund, der es wert ist, sich bei Affinität zu dem Thema selbst eine Meinung zu bilden.

Erschienen 2008, ISBN 184169584X.

Visualisierung möglicher Szenarien des Afghanistan-Konfliktes

When we started researching this topic we very quickly saw, that the debate whether to pull out the troops, staying or even enforcing is not too much about arguments, it’s a battle of possible scenarios. Every side seems to have their own positive and negative visions of how things will happen in the future if certain steps are done. The resulting map The Afghan Conflict - A Map of Possible Scenarios is the attempt of a summary of the most popular possible scenarios around the afghan conflict, according to a pullout or stay of the Allied troops. And is based on interviews with journalists, politicians and political foundations.

Spannendes Beispiel gelungenes Informationsdesign – und es ist nicht der Feind.

Via Visual Complexity.

Extremismus als Nebenprodukt des Informationszeitalters?

Neal Gabler:

We don’t usually think of extremism as a byproduct of the information age. Most analyses of the subject focus on social or psychological factors. We are told, for example, that Islamic radicals are reacting to poverty, to lack of education, to political suppression, to a sense of cultural marginalization by the West, or to religious leaders, and that their eruption is a way of redressing their perceived grievances. The problem with this analysis is that many of the radicals, most obviously Osama bin Laden and his deputy Ayman Al-Zawahiri, were wealthy and well-educated.

Via Valdis Krebs.