Quantencomputer, Copyright, und das (nicht–)Beenden davon ✼
Ben Jones:
So, what if you could create every possible picture? What if you took a fairly low resolution (say 500×500) and a reasonably low colour mix (say 256 colours) and tried to create every single image? What then would be the state of copyright? It’s the visual equivalent of the infinite monkey theorem.
9,802*1010602059 verschiedene Bilder sind es. Was allerdings als recht interessantes Gedankenexperiment anfängt, würde wahrscheinlich schon an der Wirklichkeit des tatsächlichen Urheberrechts (hier wenigstens für die USA gesprochen) scheitern: Es müsste in einem Rechtsstreit die Vorsätzlichkeit eines Urheberrechtsverstoßes nachgewiesen werden, also dass für ein kopiertes Bild vorher das Original gesehen wurde. Es würde nicht ausreichen, die Bilder zu generieren, und in einem weiteren Schritt vielleicht sogar entsprechend rechtlich schützen zu lassen.
Das wird in Zukunft sicherlich aber (fast schon hoffentlich) niemanden davon abbringen lassen, sich ein Gesetz zu überlegen, dass den Schutz von automatisiert erstellten Werken im Vorfeld ausschließt — falls das nicht in Deutschland bereits der Fall ist (Eigenleistung und/oder Schöpfungshöhe?). Ich bin allerdings kein Anwalt, und ein entsprechender Kommentar dazu ist sicherlich aufschlussreich.
Etwas ähnliches hatte ich mir auch mal überlegt, wenn auch mit Musik: Von keiner bis drei Noten in allen möglichen Varianten (zum Beispiel Achtel, Triolen, aber auch Dynamik) über vier oder fünf Oktaven und einen Zeitraum von vier Takten hinweg entsprechende Notationen und MIDIs generieren zu lassen, und diese natürlich auch in Form einer Webpräsenz öffentlich zu machen. Selbst wenn das (technisch) realisiert werden könnte, hätte ich mich trotzdem dagegen entschieden. Denn auch wenn ich vielleicht der lieben Musikindustrie für alle zukünftige Musik einen Strich durch die Rechnung machen könnte, würde sie mich sicherlich für jedes einzelne bisher erschienene urheberrechtliche geschützte Werk, die ich schließlich auch veröffentlicht hätte, jetzt verklagen. Ob das hinreichend aufwiegen würde?
Verwandt, und überaus lesenswert: What Colour are your bits?
von Matthew Skala (in dem Artikel wird auch 4′33″
von John Cage aufgegriffen). Übrigens gibt es wohl ein Programm, das theoretisch (und sicherlich weniger praktisch) jedes Bild erstellen kann: Omniscientron.
Via Marcel Weiß.