Bei Boing Boing gab es vor einiger Zeit eine hervorragende Zusammenfassung von Stephen Frys Podcast Series 2 Episode 3, Language
:
Cory Doctorow:
The latest Stephen Fry podcast, Language
, is an outstanding rant on the absurdity of being a pedant about the English language, that most glorious, reeling drunken bastard of a tongue that has neither academy nor dictator to rule on "correctness" and so has blossomed into a million variegated subforms in every corner of the globe. Fry excoriates people who insist on "correctness" in language, and urges us all to speak in ways that entertain and please us, rather than adhering to some rigid, notional code (among other things, he has withering contempt for people who complain about the verbing of nouns, pointing out Shakespeare's proclivity for same, and the prevalence of verbed nouns such as "propositioning" in our everyday speech).
Schön, über so etwas mal auf einer von wirklich vielen Menschen besuchten Website zu lesen. Diese Diskussion wünsche ich mir auch für den deutschen Sprachraum — als Gegensatz zu diesem grassierenden, derweil gar kollektiven Wahnsinn eines Sicks. (Eine lebende) Sprache ist Konsens und nicht Ergebnis eines Regelwerks. Sie nährt sich von Wandel, Anpassung und Erneuerung, umarmt so Subkulturen und schafft Ausdruck für zuvor noch nicht Dagewesenes — was für ein Unfug, da Sprache “rein” halten zu wollen und sich an eine Momentaufnahme zu klammern (die dann voll mit Fremdwörtern ihrer Zeit ist). Statt zu erhalten würde konserviert: Eine Sprache ohne Veränderung ist eine tote Sprache.
Leo Welch sagte, Sprache ist Sprechen
, und dabei wandelt sie sich. Sprache interessiert dabei auch nicht, ob sie “darf” oder ob “richtig”, denn “falsch” wäre nur, was nicht verstanden wird (und “nicht dürfen” ist wohl eher ein gesellschaftliches Problem). Ob es nun gefällt oder oder nicht, Sprache lebt, und wer das akzeptiert, hat mehr Spaß an ihr. Und mit ihr.
(Dieser Eintrag erschien ursprünglich Anfang 2009 bei Immersion I/O.)