netzwerk-organisatorische formen
von Benjamin Wittorf

Feature: HTML, Feeds und Presseinformationen bei unseren Nachrichtendiensten im Netz

Nach einem Kommentar im Bendler-Blog über die Web-Kommunikationsfähigkeiten der Bundeswehr habe ich aus Interesse einen ganz kurzen (grundsätzlichen) Fragenkatalog zu den genutzten Web-Technologien und öffentlichen Informationsmöglichkeiten bei unseren Nachrichtendiensten zusammengestellt und beim BKA, bei der Bundeswehr, beim BND und beim Verfassungsschutz abgearbeitet:

  • genutztes HTML
  • sonstige technische Bemerkungen
  • gibt es einen Feed?
  • wie sieht die Neuigkeiten-/Presseseite aus?

BKA

Die Seite des BKA nutzt nicht-validierendes HTML 4, Frames und ISO 8859-1 als Codierung. Wie da zu erwarten gibt es auch keinen Feed. In einem Frameset gibt es folgende Presse-Funktionen:

  • Kontakt
  • Pressemitteilungen (Text)
  • Pressearchiv
  • Hintergrundinformationen
  • Fotogalerie

Zugutehalten kann man der Website, dass es eine umfangreiche Liste an externen Links gibt. Dass das BKA kein Paradebeispiel an Transparenz sein würde (Nachrichten dürfen von Suchmaschinen zwar gecrawlt, aber nicht indiziert werden; keine offensichtlichen permalinks), war fast zu erwarten; dass es bei seinem Web-Auftritt technisch und kommunikativ allerdings schon die Jahrtausendwende verpasst hat, erstaunt schon ein wenig.

Bundeswehr

Die Website der Bundeswehr nutzt nicht-validierendes XHTML. Da kann man allerdings schon fast einen Feed erwarten, den es dann auch gibt. Auch mit schöner Erklärung – und dem Hinweis, dass das im Intranet nicht funktionieren würde, da dort überwiegend der Internet Explorer 6 eingesetzt würde (ich hoffe im Felde sind die Soldaten besser ausgerüstet).

Es gibt einen sehr umfangreichen Service-Bereich (unter anderem mit einem (nichtverlinkten) Bereich zum Presseportal, Medien-Tipps oder dem Tourplan der Bigband), und einem gesonderten Multimedia-Archiv.

BND

Die Online-Präsenz des BND wartet mit ebenfalls nicht-validierendem XHTML auf. Trotz so fast schon fortschrittlicher Technik gibt es keinen Feed. Dafür schon auf der Startseite einen Link zu Hintergrundbildern für den Desktop.

Im Pressebereich findet sich fast nur Web-untaugliches Material – PDFs (Zahlen bei Veröffentlichung dieses Eintrages:

Zum Vergleich: die CIA.

Verfassungsschutz

Auch hier gilt: nicht-validierendes HTML 4 und keine Feeds, dafür gibt es auf der Startseite eine "persönliche" Begrüßung und zwei Telefonlinks (!) auf arabisch und türkisch angeboten, sowie einstellbare visuelle Optionen.

Zum Pressematerial: Es gibt Publikationen (acht PDFs, zwei CDs), und folgende Presseinformationen:

Es sind immerhin echt schöne URIs.

Und der Rest

Ansehenswert wären vielleicht noch das ZKA, den MAD (hat der noch immer MAD - der bessere Weg als Kontakt-Slogan und eine E-Mail-Adresse bei T-Online?) habe ich als Teil der Bundeswehr außen vor gelassen.

Insgesamt – wie zu erwarten – bedient sich keiner der Dienste z.B. eines social media newsrooms. Mit Abstand am fortschrittlichsten, was bei der offensiven Personalpolitik aber auch nicht wirklich verwundert, ist die Website der Bundeswehr. Die anderen Seiten sind damit zwar im Internet, aber sie sind nicht Internet, wie es sein kann, und in diesem Kontext sein sollte.

Sich mit etwaigen Strategien zu beschäftigen, und auch nachzufragen, steht auf meiner zu-erarbeitenden-Einträge-Liste. Bis dahin scrape ich mit eigenen Tools.